Formel Eins: Vorbild für VIVA und MTV

Bekanntlich fahren in der Formel 1 die schnellsten Männer der Welt um die Wette. Unter dem gleichen Namen erdachte der „schnellste Brüter der Branche“ („Spiegel“) 1983 eine Showidee, von der heute noch ganze Senderketten leben: Man lässt die Schallplattenindustrie aufwändige Videoclips produzieren und sendet sie in einer TV-Show mit netten Worten verbunden hintereinander weg. Was später VIVA und MTV zum Sendekonzept erhoben, bot Beierleins montanamedia bereits Anfang der Achtziger Jahre an. Der WDR schlug zu – „Formel Eins“ lief von 1983 bis 1990 wöchentlich zeitversetzt in den Dritten Programmen, später auch im Ersten. Noch heute sind regelmäßig Ausschnitte bei Kabel Eins zu sehen.

„Formel Eins“, sagt Beierlein, „war die erste Sendung für junge Leute mit rustikaler, rockiger Musik. Hier kamen alle unter, die zu modern und reißerisch waren, um bei Heck oder Holbe jemals auftreten zu dürfen.“ Ein rosafarbener Studebaker-Oldtimer war das Markenzeichen der Show, Comic-Köter Teasy das Maskottchen.

Die Sendung machte vier Moderatoren berühmt: Peter Illmann (1983-84), Ingolf Lück (1985), Stefanie Tücking (1986-87), Kai Böcking (1988-90). Sie hatten kurze Arbeitszeiten, sprachen im Münchener Bavaria-Studio lediglich die Überleitungen, später wurden zwölf Videoclips dazwischen geschnitten. Nur gelegentlich kamen Stars zum Plaudern vorbei.

Im Umfeld der Sendung blühte ein Riesengeschäft. Nicht nur die vielen Dutzend Sampler, die unter dem Schriftzug „Formel Eins“ erschienen, brachten gewaltige Umsätze, sondern auch die zahlreichen Merchandising-Artikel, von der Jeans über Bettwäsche bis zum Wecker. „Es wurden Millionen verdient“, frohlockt Beierlein noch heute.

Als MTV in den Achtziger Jahren und VIVA 1993 auf Sendung ging, ließ die ARD die „Formel Eins“ auslaufen. „Ein Fehler“, wie Beierlein meint. Nie hat das Erste leichter ein junges Publikum begeistert.



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