Helmut Schmidt: Gemischtwarenladen

Einem leibhaftigen Ex-Bundeskanzler, Helmut Schmidt nämlich, verdankt Hans R. Beierlein eine interessante Definition seiner Aktivitäten. Beierlein war mit montana-Geschäftsführerin Bizzi Nießlein gen Gran Canaria gejettet, zu Besprechungen mit Justus Frantz. Der Dirigent hatte einen weiteren Gast: Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, ein Freund des Musikers, grübelte in dessen Ferienvilla über dem Memoiren-Feinschliff. Justus Frantz platzierte Kanzler und Showman beim Essen nebeneinander. „Drei Abende lang“, erinnert sich Beierlein, „erzählte mir Helmut Schmidt sein Leben und erklärte die Welt. Schließlich fragte er: „Was genau machen Sie eigentlich, Herr Beierlein?’“

In zwei Sätzen war das auch nicht zu erklären. Nach einem mittellangen Monolog über Musik und Merchandising, über Tourneen und Kochshows, über Fernsehen und Fußballrechte entzündete Schmidt die 15. Reyno-Zigarette. Nachdenklich die Augen zur Decke rollend, blies er den Rauch in den Raum. „Wenn ich das recht sehe“, meinte er schließlich, „sind Sie so was wie ein Mediengemischtwarenhändler.“

Stimmt genau, befand Beierlein. Weil die Berufsbezeichnung aber weder auf Hotelmeldezettel noch in Schlagzeilen passt, setzte sich eine Berufsdefinition mit dem Copyright von „Bild“-Chefredakteur Peter Bartels eher durch: Beierlein, der „Medienmanager“.



Fotos: © Archiv montana