Da sind montana-Chef Hans R. Beierlein und Ex-Hitparaden-König Dieter Thomas Heck Brüder im Geiste: Die Sprache Goethes und Lessings sollte auch in der Unterhaltungsmusik ihren Platz haben. „Natürlich hat die Weltsprache Englisch in der Musik Weltbedeutung“, sagt Beierlein. „Aber es darf nicht sein, dass Radiosender mehr fremdsprachige Interpreten senden, als deutsche.“
Tun sie aber. Eine Gesetzesinitiative, die eine Deutschschlagerquote forderte, hatte keine Chance. Auf der Jagd nach werberelevanter junger Hörerschaft nudeln die Sender überwiegend die US-Charts ab. Dabei zeigen zum Beispiel die Tourneen deutscher Plattenstars sehr deutlich, dass ihre Fans in allen Altersschichten zu finden sind.
Als Flaggschiffe der deutschen Sprache blähen dagegen die von Beierlein inszenierten TV-Sendungen im Volksmusikbereich ihre Segel. „Vor allem der von mir ins Leben gerufene Grand Prix der Volksmusik“ ist ein roter Teppich für Lieder in deutscher Sprache“, sagt der montana-Chef, der sich gern als Fan unserer Sprache bezeichnet und brillant mit ihrem Feinschliff umzugehen weiß.
Deshalb hat Beierlein stets seine Künstler ermahnt, sorgfältig mit deutschen Texten zu agieren. Er ließ Spitzenautoren auf die Noten seiner Künstler los: Walter Brandin, Michael Kunze, James Krüss, Werner Schneyder. Und er animierte sie, mit Liedern Lanzen für deutsche Texte zu brechen.