Hans R. Beierlein - was macht er eigentlich?
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Fußball ist unser Leben

Den Ball zu treffen ist manchmal leichter, als den richtigen Ton. Aber wenn zwei Dutzend gestandene Mannsbilder, noch dazu der kickende Stolz der Nation, es versuchen, dann versandet so mancher Misston unterm Mischpult.

Es war eine Idee von montana-Chef Hans R. Beierlein zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974, die in Deutschland ausgetragen wurde. Der Kader der Nationalmannschaft sollte sich mit einer Hymne ins Herz der Fans und möglichst zum WM-Titel schmettern. Damit es so richtig zum Mitgröhlen geriet, gab er ein Lied bei „Schöne Maid“-Produzent Jack White in Auftrag. Der hatte ein besonderes Herz für Kicker, war er doch mal unter seinem Echt-Namen Horst Nußbaum selber einer der ihren.

White fiel die eingängige Zeile „Fußball ist unser Leben“ ein und dazu die rechten Takte. Der gesamte Kader nebst Bundestrainer Helmut Schön versammelte sich im Studio um die Mikros: Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeness, Berti Vogts, Gerd Müller – und viele weitere Unsterbliche. Und damit die LP auch bis in die letzte Rille gefüllt war, gab’s noch ein paar Songs als Draufgabe.

Die Platte, mit einem Benefiz-Beitrag für Nach­wuchs­kicker versehen, wurde ein echter Verkaufs­schlager. Der Song zählt noch heute zum Standard­repertoire der Stadien-Gesangskultur. Vor allem, da das Ziel erreicht wurde: Die deutsche Mann­schaft wurde zum Welt­meister­titel getragen.

Gleiches wurde bei den folgenden WM-Spielen wieder versucht, wobei die Mann­schaft stets zum Be­gleit­chor de­gradiert wurde. 1978 sang Udo Jürgens „Buenos dias Argentina“, 1982 Michael Schanze „Olé Espana“, 1986 Peter Alexander „Mexico mi amor“. 1990 war Udo Jürgens wieder dran, mit „Wir sind schon auf dem Brenner“. Endlich wurde wieder ein WM-Titel geholt. Seither war keine National­mannschaft mehr im Platten­studio – und auch nicht auf dem WM-Thron.

Fotos: © Archiv montana
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