Hans R. Beierlein - was macht er eigentlich?
montana-Chronik
Alexandra: Unvergessen
Udo über alles
Jacques Brel: Welttheater in 3 Minuten
Die Internationale: Völker hört die Signale - Danke Genossen
Stefanie & Stefan: Zwei Glückskinder
Essen wie Gott in Deutschland
Informationen aus erster Hand
Bizzi Nießlein: Keine Chance für Haie
Mein Weg zum Mond
Konrad Adenauer: Lieder machen Politik
Ein Film geht um die Welt
Esther & Abi Ofarim: Weltklasse
Gold für Gütersloh
André Heller: Zu wenig Paradiesvögel
Grand Prix der Volksmusik: Lieder, die von Herzen kommen
Starclub: Rock auf der Reeperbahn
Ralph Siegel: Freunde statt Konkurrenten
Die Hohe Schule des Interviews
Europa für Bernstein
Musik hilft helfen
Artur Brauner: Liebe, Tanz und tausend Erfolge
Post für Elvis
Der Beste der Besten
Kinder erobern die Musik
Das Epizentrum der Gemütlichkeit
Heino für alle
Eurovision Song Contest: Siegen erlaubt
Fußball ist unser Leben

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Es war und ist für Hans R. Beierlein selten ein Problem, zweckdienliche Meldungen in den Medien zu platzieren. Sein Netzwerk im Print- und TV-Bereich ist dicht verknüpft, mit den wichtigsten Blattmachern ist er auf du und du, mit den meisten hat er schon mal gemütliche Abende verbracht.

Aber nicht jede neue Schallplatte, jede neue Fernsehsendung ist gleich eine Boulevard-Schlagzeile wert. Um derartige, fürs Geschäft wichtige Infos zu verbreiten, gönnte sich der montana-Chef 26 Jahre lang den Luxus eines eigenen Pressedienstes. 1965 erschien erstmals das „medien-telegramm“. Auf einem Dutzend hektografierter Blätter stand, was aus dem anschwellenden montana-Künstlerstall zu vermelden war.

Der Dienst fiel schon optisch auf – ein gelber Balken durchkreuzte die Seiten diagonal. Das montana-Markenzeichen, das auch die Briefbögen zierte, verschwand erst Ende der Achtziger, als eine unausgereifte Erfindung namens Telefax die gelben Balken auf dem Übermittlungsweg in schwarze wandelte.

Während die meisten PR-Dienste nur die unangenehme Eigenschaft haben, ungelesen die Papierkörbe zu verstopfen, zählte das „medien-telegramm“ zu den meistzitierten Printorganen im Land. Beierlein, der jede Ausgabe allein konzipierte und zu 90 Prozent auch selber schrieb, mischte PR-Meldungen über seine Künstler geschickt mit vordergründig neutralen News. So brachte das „medien-telegramm“ eine Serie über die Meisterköche der Nation – erst Monate später erkannte der fuchsschlaue Leser, dass damit die TV-Reihe „Essen wie Gott in Deutschland“ angetrailert wurde.

Häufig wurde im „medien-telegramm“ die Demoskopie bemüht. Ständig gab Beierlein neue Umfragen in Auftrag, deren Ergebnisse deutsche Medien mit Vorliebe kundtaten.

Das „medien-telegramm“ ging zehn- bis zwölfmal im Jahr an etliche hundert Bezieher bis in die obersten Chefetagen. Es war kostenlos, auch der Abdruck der Beiträge war honorarfrei und höchst erwünscht.

Bizzi Nießlein, die 1987 zu montanamedia kam, übernahm zunehmend die Redaktion und erwies sich zusehends als exzellente Info-Expertin. Eine Sonderausgabe zum 65. Geburtstag von Hans R. Beierlein im April 1994 war das letzte Exemplar. 100 Wegbegleiter des Jubilars taten ihre persönlichen Beierlein-Erfahrungen kund. Peter Alexander steurte ein eigens dafür geschriebenes Gedicht bei.

Als sich das Team Beierlein - Nießlein auch des Themas Essen annahm und die erfolgreichsten Kochbücher seit „Oetkers Kochbuch“ schufen, begleitete diese Aktion auch ein Pressedienst mit dem originellen Titel „Gourmedia“.

Beierlein ist zwar nach wie vor ein Mann des gedruckten Wortes und bei technischen Novitäten nicht der Erste, der vorprescht. Aber neuen Medien verschließt er sich nicht dauerhaft. News rund um montanamedia werden nun im „Navigator“ als Newsletter verbreitet.

Fotos: © Archiv montana
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