Hans R. Beierlein - was macht er eigentlich?
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Lieder so schön wie der Norden

Je höher die Berge, umso mehr lieben die Menschen volkstümliche Weisen. Beim „Grand Prix der Volksmusik“ hatten die Flachlandtiroler von der Waterkant selten gute Karten. Das Heimatduo Judith und Mel aus Oldenburg kam 1990 mit dem favorisierten Song „Land im Norden“ nur auf einen fünften Platz.

Volksmusik-Pate Hans R. Beierlein dachte sich, da sei mehr drin. „Der Norden ist, was das Liedgut angeht, unterbewertet“, findet er noch heute. Um den Liedern vom Nordseestrand und Heideland auch mal eine Chance zu geben, erdachte er eine Sendung nur für die Nordlichter. In Ernst Albrecht, bis 1990 Ministerpräsident von Niedersachsen, fand er einen Gesinnungsgenossen. Und bald darauf löste sein Vorschlag, eine Sendereihe „Lieder so schön wie der Norden“ zu konzipieren, auch beim NDR Begeisterung aus.

Die niedersächsische Landesregierung rief 1990 Komponisten und Textdichter auf, neue Lieder zum Thema Norden zu erfinden. Aus 2.600 Einsendungen wurden 46 ausgewählt, von denen 15 nicht durchs Feinsieb fielen. Ramona Leiß und Dénes Törzs führten durch die Sendung, bei der die Gruppe Godewind mit „Regenbogenkinder“ gewann. Bis 1993 folgten drei weitere Sendungen – co-moderiert von Carmen Nebel (erstmals im „Westfernsehen“) und Susan Stahnke. In der letzten Folge gewann Margot Eskens mit der Erkenntnis „Auch Matrosen haben Heimweh“. Die Platten mit allen Wettbewerbsliedern, die stets nach den Sendungen herauskamen, wurden jedes Mal Bestseller.

Den größten Erfolg aber verbuchten Judith und Mel mit ihrem Song „Land im Norden“, dessen Reinfall beim „Grand Prix der Volksmusik“ die neue Sendereihe ausgelöst hatte. Der Titel verkaufte sich rund 15 Millionen mal.

Fotos: © Archiv montana
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