Hans R. Beierlein - was macht er eigentlich?
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Die Idee war simpel wie alle guten Ideen: Ein Dutzend erfolgreicher Künstler, vereint auf einer Platte. Eine Fernsehsendung, in der das gute Stück prominent in die Kamera gereckt wurde. Und schließlich das Versprechen, von jedem verkauften Stück ein Scherflein dem guten Zweck zuzuführen. Der Tonträger als Sammelbüchse der Nation – niemand ging so früh und so erfolgreich auf die musikalische Rappeltour wie Hans R. Beierlein. Einige hundert Millionen Euro sind auf diese Weise zusammengekommen, investiert in Kinder­schutzprojekte, Krebs­forschung, Rettungs­hubschrauber, Notruf­systeme und viele andere sinnreiche Projekte.

Beierlein hatte den heißen Draht zu Plattenfirmen und TV-Sendern, die Geldsuchenden kamen von allein. Dr. Siegfried Steiger, Präsident der Björn-Steiger-Stiftung, bedankte sich noch kürzlich bei ihm: „Sie haben mir damals in weniger als einer Stunde eine Benefiz-Schallplatte ‚Stunde der Stars’ bei Ariola vermittelt. Der Erlös dieser Schallplatte war die größte Einzelspende, die wir bis dato erhalten haben. Ohne Ihre Unterstützung hätten wir nie den Mut gehabt, die Deutsche Rettungsflugwacht DRF zu gründen“. Ähnliche Dankesbriefe gibt es ordnerweise, vom DRK-Präsidium, von Mildred Scheel (Krebshilfe), vom DFB bis zum Tierschutzbund und anderen Benefiz-Organisationen.

Gespendet wurden die Beträge letztlich von Künstlern, Plattenfirmen und Handel, die allesamt auf einen Teil der Lizenzen und Margen verzichteten. Durch die Fernsehsendungen wurden immense Verkaufszahlen erreicht, was den Verlust schmälerte.

Vom Riesen-Erfolg der Benefiz-Platten war Beierlein manchmal selber überrascht: „Es schien, dass das schlechte Gewissen der Nation an den Plattentheken zu Vorzugspreisen abgebaut werden konnte.“ Ähnliches sucht man weltweit vergebens: „Eine sehr deutsche Angelegen­heit.“ Heute funk­tioniert sie in dieser Größen­ordnung nicht mehr. „Die Ton­träger­verkäufe sind rück­läufig und es fehlen die großen Persönlichkeiten in den Benefiz-Organisationen. Eine Mildred Scheel oder Hannelore Kohl hatte eine andere Außenwirkung, als eine Heide Simonis.“

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