1953 zieht der Selfmade-Journalist Hans R. Beierlein von Nürnberg nach München um. Der 24-Jährige übernimmt die Redaktion der Fachzeitschrift „Film-Echo“, schreibt eine tägliche Kolumne für die „Abendzeitung“ und greift unter einem Dutzend Pseudonymen auch für „Stern“, „Bunte“, „Revue“, „Spiegel“ und „Deutsche Illustrierte“ in die Tasten.
1958: Film ab
Hans R. Beierlein wird „Beauftragter für Film- und Fernsehangelegenheiten der Deutschen Grammophon Gesellschaft“. Der Marktführer des Phonomarktes erwartet, dass Beierlein aktuelle Schlager in Filmdrehbüchern unterbringt – damals die bewährteste Methode, den Plattenverkauf anzukurbeln. Beierlein kauft die Rechte an Musiktiteln und verscherbelt sie mit Aufpreis an Filmproduzent Arthur Brauner (CCC-Film) und andere Produzenten, die drumherum Filmhandlungen schreiben lassen.
1959: montana-Gründung
Plattenproduzent Gerhard Mendelson, der sich damals um Gus Backus, Lolita und Peter Kraus kümmert, bietet Beierlein an: „Wenn du meine Künstler unterbringst, kriegst du 1 Pfennig pro verkaufter Platte.“ Als die erste Abrechnung 26.000 Mark zu Beierleins Gunsten ausweist, schlägt Mendelson die Hände übern Kopf zusammen und etwas anderes vor: „Gründe doch einen Musikverlag. Dann verdienst du 6 Pfennig pro verkauftem Titel – und die zahlt die GEMA, nicht ich.“ Ein einleuchtender Vorschlag, befand Beierlein und machte sich kundig. Der Name montana, auf einer Vorschlagsliste der GEMA, passt ihm. Am 27. Juni 1959 zeichnete der GEMA-Vorstand den Berechtigungsvertrag für Edition Montana gegen.
Gleich zu Beginn hat Beierlein die goldene Nase mit drei Titeln, die sich millionenfach absetzen: „Banjo Boy“ mit den dänischen Pickel-Exporten Jan und Kjeld, „Gitarren klingen leise durch die Nacht“ mit dem Griechen Jimmy Makulis und „Mustafa“ mit dessen Landsmann Leo Leandros.
Parallel zur Gründung der montana produziert Beierlein in Kooperation mit Josef von Ferenczy den abendfüllenden Dokumentarfilm „Wieder aufgerollt: Der Nürnberger Prozess“. Der Film wurde sowohl mit dem Bundes-Filmpreis als auch mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
Und noch etwas steht 1959 in den Analen: Die Gründung der Musikzeitschrift „Musikmarkt“ im Josef-Keller-Verlag. Beierlein wird Chefredakteur und erfindet Deutschlands erste Hitparade.
1961: Scheidung
Nur zwei Jahre hat die Ehe mit der neun Jahre jüngeren Filmschauspielerin Antje Geerk gehalten. Es bleibt Beierleins einziger Versuch einer Bindung „bis dass der Tod euch scheidet“. „Ich habe festgestellt, dass die Ehe keine geeignete Lebensform für mich ist“, sagt er und festigt künftig seinen Ruf als Womanizer.
1962: Vogue
Der französische Plattenkonzern Vogue möchte die roten Zahlen seiner zwei Jahre alten deutschen Tochter in schwarze umwandeln und bittet Showexperte Beierlein um Rat. Dessen Analyse endet mit: „Machen Sie mich zu Ihrem Gesellschafter.“ Für 60.000 Mark kauft sich der 32-Jährige bei der „Deutschen Vogue“ ein. Und er platziert hintereinander zwei Vogue-Künstlerinnen erfolgreich auf dem deutschen Markt: Petula Clark (mit „Monsieur“) und Francoise Hardy (mit „Frag den Abendwind“).
Beierlein mischt sich mit Liedern in die Politik ein: „Goodbye, alter Häuptling“ wird als Abschiedssong für Bundeskanzler Konrad Adenauer aufgefasst, „Lass doch mal den Dicken ran“ als Ode an Nachfolger Ludwig Erhard.
1963: Udo
Beierlein lernt Udo Jürgens kennen und übernimmt das Management des Hungerkünstlers, der bislang vergeblich versucht hat, seine eigenen Kompositionen auf Platte zu bannen. Der neue Manager erkennt Udos Talent als Komponist.
In Helen Vita findet Beierlein die geeignete Interpretin für die Platte „Freche Chansons aus dem alten Frankreich“ und die noch frecheren Folgescheiben. Die Platten beschäftigen fünf Jahre lang die Staatsanwälte, gewinnen fünfmal in Folge den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ und dürfen zeitweise nur unter dem Ladentisch aufbewahrt werden.
Am 1. April nimmt das ZDF als zweiter deutscher Fernsehsender neben der ARD den Sendebetrieb auf.
1964: Vive la france
Die Begeisterung für französischsprachige Chansonniers wie Jacques Brel, Dalida, Adamo oder Gilbert Bécaud zeigt Folgen: Beierlein gründet in Paris die montana France. Er übernimmt auch das Management mehrerer französischer Künstler für Deutschland und verleibt deren deutsche Titelversionen natürlich seinem Verlag ein.
Im selben Jahr kommt das israelische Duo Esther und Abi Ofarim zur montana. Sie werden von Beierleins Team gemanagt und auf erfolgreiche Tourneen geschickt.
Udo Jürgens nimmt zum erstenmal am „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ teil – mit dem selbstgeschriebenen Titel „Warum nur, warum?“ Der österreichische Kandidat landet damit sensationell auf dem fünften Rang.
Beierlein gründet das erste Rocklabel in Deutschland. Er erwirbt vom Chef des legendären Hamburger „Star-Clubs“ das Recht, Aufnahmen der dort agierenden Gruppen und Rockkünstler aufzunehmen. Die Platten erscheinen unter dem Label „Star-Club“ bei Philips.
1965: Musik-Telegramm
montana bringt erstmals den Pressedienst „musik-telegramm“ heraus, der 1980 in „medien-telegramm“ umbenannt wird.
Udo Jürgens singt beim „Grand Prix“ „Sag ihr, ich lass sie grüßen“ – und steigert sich gegenüber dem Vorjahr um einen Rang auf Platz 4. Er will nie wieder bei dem Wettbewerb antreten, lässt sich im Jahr drauf aber wieder von Beierlein breitschlagen.
1966: Udos Sieg
Mit „Merci Cherie“, getextet von Tommy Hörbiger und komponiert vom Interpreten himself, siegt Udo beim „Grand Prix“ in Luxemburg. Damit beginnt die internationale Karriere des Kärntners, dessen Management Beierlein vor drei Jahren übernommen hat.
Beierlein konzipiert Tonträger für Benefiz-Organisationen – derartiges ist bis dato noch nicht eingeführt worden. Er gewinnt Fernsehsender und auflagenstarke Printmedien, für diese Platten zu werben. Viele Millionen kommen zusammen für die Deutsche Krebshilfe, Unicef, später SOS Kinderdorf, ZNS und weiteren Hilfsorganisationen vom DRK bis zu „Wald in Not“.
1967: Alexandra
Beierlein lernt die Sängerin Doris Nefedov kennen, die unter dem Namen Alexandra erste Platten herausgebracht hat. Er baut sie gemeinsam mit Fred Weyrich planmäßig zum internationalen Star auf und animiert sie, eigene Lieder zu texten. Eine Zeitlang sind Manager und Künstlerin auch privat verbunden.
Für Udo Jürgens besorgt er einen Plattenvertrag mit Ariola. Beierlein organisiert Udos erste große Tournee durch die Bundesrepublik, durch die DDR, Polen, Ungarn, CSSR, Bulgarien und Rumänien.
Beierlein ist Mitbegründer der internationalen Musikmesse MIDEM, die 1967 erstmals in Cannes stattfindet.
1968
Die Plattenfirma Electrola beauftragt Beierlein, dem erfolgreichen aber medial ignorierten Sänger Heino die Medien Funk und Fernsehen zu öffnen. Beierlein gibt demoskopische Umfragen in Auftrag, nach denen Heino der Lieblingskünstler der deutschen Arbeiter und Gewerkschaftsmitglieder ist – danach kann kein Sender ihn mehr ignorieren.
Beierlein baut auch das Wiener Enfant terrible André Heller in Deutschland als Sänger auf. Die erstaunliche Doppelleistung – Heino und Heller – bezeichnet der Österreicher als „achtes Weltwunder“.
Die Ofarims, seit 1964 bei montana, landen mit „Cinderella Rockefeller“ ihren größten Hit – aber die Ehe kriselt. Beide trennen sich. Beierleins letzte Handlung für Esther: Er besorgt ihr einen Anwalt.
Als Alexandra beim Festival im polnischen Zoppot auftreten soll, erreicht Beierlein die Nachricht, dass die Sowjetarmee nebst Verbündeten in Prag einrollt, um den „Prager Frühling“ zu beenden. Er reist mit Alexandra aus Zoppot ab – die Demonstration belastet seine Ostkontakte mehrere Jahre lang merklich.
1969: Alexandras Tod
Beierlein-Künstlerin Alexandra stirbt bei einem Verkehrsunfall. Sie ist nur 27 Jahre alt geworden.
Der Tonband-Mitschnitt eines „Bunte“-Interviews mit dem deutsch-amerikanischen Raketenbauer Wernher von Braun ist die Basis einer Platte, die Beierleins Montana herausbringt: „Mein Weg zum Mond“ findet im Jahr, in dem erstmals ein Mensch den Erdtrabanten betritt, reißenden Absatz.
1970: Internationale
Edition Montana erwirbt in einer spektakulären, weltweit beachteten Aktion die Rechte an der „Internationalen“, der Hymne des Sozialismus.
Die Tournee „Udo 70“ bricht alle Rekorde: 266 Konzerte mit 510.000 Besuchern.
1971: Schanze
montana übernimmt das Management für den 25-jährigen Michael Schanze, der als Moderator beim Bayerischen Rundfunk und als Sänger angenehm aufgefallen ist. Ihm wird die ZDF-Show „Hätten Sie heut' Zeit für mich?“ auf den Leib geschneidert.
1972: Helden
Im „Theater an der Wien“ bringt Rolf Kutschera das Musical heraus, das Udo Jürgens geschrieben hat: „Helden, Helden“ basiert auf einem Stück von George Bernard Shaw, der auch die Vorlage zu „My fair lady“ schuf. Michael Heltau spielt die Hauptrolle in Udos Musical, das über 100.000 Besucher begeistert.
1973: Miss Germany
Back to the roots: Mit einer Misswahl hat Beierleins journalistische Karriere begonnen, nun veranstaltet er – 1973 und 74 – selber die Wahl der „Miss Germany“.
Beierlein gewinnt Michael Kunze als Textautor für Udo Jürgens. Erster Hit: „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“.
1974: Fußball-Hit
Zur Fußball-WM in Deutschland lässt Beierlein die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Tonstudio antreten. Unter der Leitung von Produzent Jack White nehmen die Kicker um Franz Beckenbauer „Fußball ist unser Leben auf“. Die Benefiz-Scheibe wird ein Riesenerfolg, die deutsche Mannschaft Weltmeister.
Dalida ist die erste Sängerin, die Beierlein nach Alexandras Tod wieder unter Vertrag nimmt. Die französische Sängerin hat mit „Er war gerade 18 Jahr“ ein vielbeachtetes Comeback in Deutschland.
1975: Mieser Sommer
Beierlein animiert Showmaster Rudi Carrell zu einer Kurzkarriere als Sänger. Im verregneten Sommer 1975 legt der Holländer den originellsten Hit des Jahres auf den Plattenteller: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“
1976: Liedercircus
Beierlein hat ein Faible für gute Liedertexte, das Fernsehen aber kaum Sendeplätze dafür. Der Manager überzeugt das ZDF, eine Plattform für Chansoniers und Liedermacher zu schaffen: Der „Liedercircus“ wird von Michael Heltau, Burg-Schauspieler und Jacques Brel-Interpret moderiert. Die Sendung bleibt bis 1985 ein Feigenblatt der ZDF-Unterhaltungsabteilung.
Udo Jürgens bringt seinen erfolgreichsten Titel heraus: „Griechischer Wein“, mit dem Text von Michael Kunze. Der Sänger wird für das Lied eines heimwehkranken Gastarbeiters vom griechischen Ministerpräsidenten Karamanlis empfangen und ausgezeichnet.
Das alte Schlachtross Vico Torriani bereichert mit inzwischen 56 Jahren Beierleins Künstlerstall. Dem ehemaligen Showmaster und Sänger verschafft er nach vertragslosen Jahren einen Plattenvertrag mit Ariola – und produziert mit ihm die Single „La Pastorella“. Sie wird ein Millionenhit.
1977: Trennung
Udo Jürgens trennt sich nach 15-jähriger höchst erfolgreicher Zusammenarbeit von seinem Manager Hans R. Beierlein. In zahlreichen Prozessen werden die Rechte an Udos bisherigen Liedern der montana zugesichert.
15 Jahre lang herrscht Funkstille zwischen den einstigen Freunden.
Beierlein soll der „Goldenen Europa“ des Saarländischen Rundfunks zu mehr Reputation verhelfen. Der Preis gewinnt internationale Aufmerksamkeit, weil es dem Manager gelingt, den legendären Dirigenten Leonard Bernstein als Preisträger zu gewinnen.
In Antibes (Frankreich) wurde ihm die „Rose d'Or“ überreicht.
1978: Franzosen
Unter dem Motto „Die Franzosen kommen“ schickt montana im Frühjahr gleich drei französisch-sprachige Topkünstler hintereinander auf Deutschland-Tournee: Gilbert Bécaud, Adamo und Michel Sardou. Im Herbst stirbt der Belgier Jacques Brel, der das französische Chanson verkörpert, wie kein anderer.
1980: Volksmusik
Hans R. Beierlein entdeckt die volkstümliche Musik als Musikrichtung, die beim Publikum außerordentlich beliebt ist, vom Fernsehen aber seiner Meinung nach nicht genügend berücksichtigt wird. Er beginnt mit der Kreation zahlreicher einschlägiger Fernsehserien, die in den kommenden Jahren das Programm vornehmlich von ARD und ZDF anreichern werden.
1983: Formel Eins
Die dritten Programme der ARD starten auf Beierlein-Initiative die Clip-Show „Formel Eins“. Videoclips, von der Plattenindustrie angeliefert, werden mit verbindenden Moderatorenworten zu einer Show aneinandergeknüpft. montana bringt bei EMI und Polystar entsprechende Tonträger heraus und initiiert ein gewaltiges Merchandising-Programm mit dem Logo „Formel Eins“.
Beierlein lässt seine Kontakte spielen und beschafft dem ZDF die „MS Astor“ für die neue „Traumschiff“-Reihe.
1984: Privat-TV
Die privaten TV-Sender SAT 1 und RTL nehmen den regulären Sendebetrieb auf. Beierlein führt von Anfang an intensive Gespräche mit den Verantwortlichen und entwickelt Konzepte.
1985: Fußball-Rechte
Schock für ARD und ZDF: Beierlein erwirbt vom DFB die Rechte an den Spielen der Fußball-Nationalmannschaft und des DFB-Pokals. Dadurch wird das Fußballmonopol der öffentlich-rechtlichen Anstalten beendet, der Fernsehmarkt für Sportüber-tragungen auch für die Privaten geöffnet.
1986: Essen wie Gott
Beierlein entwickelt nacheinander die Fernsehserien „Essen wie Gott in Deutschland“ (ZDF), „Besser essen in Deutschland“ (ARD) und „Bocuse kocht deutsch“ (ZDF). Damit wird das Thema genussvolles Essen ein Mittel der Fernsehunterhaltung, die Sendungen gelten als Etablierung der deutschen Küche auf hohem internationalen Standard. Auch die TV-Begleitbücher, erschienen im Kochbuch-Verlag Zabert Sandmann, erweisen sich als Bestseller.
Immer stärker konzentriert sich Beierlein auf das Genre Volksmusik. Er etabliert den „Grand Prix der Volksmusik“ als Eurovionssendung von ZDF, ORF und SRG. Zudem gründet er die „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung musikalischer Unterhaltung“, die die Wettbewerbs-Titel auswählt. Beim ersten Volksmusik-Grand Prix scheitern die deutschen Teilnehmer, es gewinnt die Schweizerin Nella Martinetti.
„neue medien“ verleiht ihm seinen „Hermes“ als „Mann des Jahres“. Auf Platz 2: Silvio Berlusconi. Platz 3: Albert Frére.
1987: Schürzenjäger
Volksmusik auf rockige Art präsentiert seit 1973 die österreichische Gruppe „Schürzenjäger“, bei montana unter Vertrag. In diesem Jahr nehmen sie den Titel „Sierra Madre del Sur“ auf, mit dem der norddeutsche Sänger Ronny vor 17 Jahren einen phänomenalen Misserfolg eingefahren hat. Diesmal passt es: Die Schürzenjäger legen einen Millionenhit hin.
In der ARD wird Ostersamstag dem Länderspiel Deutschland-Italien erstmals ein Sponsor-Name vorangestellt. Außerdem muss die Kamera dessen Banner jedes Mal einblenden, wenn sie auf die Stadiontafel geht. Beierlein verschafft dem DFB dadurch eine Zusatzeinnahme von einer Million Deutschmark.
Studentin Waltraud Nießlein, von der Oma und der restlichen Welt Bizzi genannt, tritt - gerade mit dem Studium fertig - einen Aushilfs-Job bei montana an. Binnen kurzer Zeit wird sie Beierleins engste Vertraute und geschäftsführende Gesellschafterin von montanamedia.
1988: Patrona Bavariae
Das „Original Naabtal-Duo“ gewinnt mit dem montana-Titel „Patrona Bavariae“ den „Grand Prix der Volksmusik“. Das Lied entwickelt sich zum erfolgreichsten Volksmusik-Titel seit Kriegsende und wird von zahlreichen anderen Interpreten übernommen. Bis heute wurden davon über zwanzig Millionen Tonträger verkauft.
Die Bundespost bringt auf Vorschlag von Hans R. Beierlein erstmals eine Briefmarkenserie mit den Bildern verstorbener Rockstars heraus.
Bei montana erscheint der neue Pressedienst „Gourmedia“, der über die Gastro- und Foodszene berichtet. Nach zwei Ausgaben, die in der Medienszene hervorragend ankommen, ist Beierlein der Arbeitsaufwand zu hoch, er stellt „Gourmedia“ ein. „Leider“, wie er heute sagt. Das Logo hängt nach wie vor am Portal der montana-Villa in der Münchener Königinstraße.
1990: Stefanie Hertel
Im Jahr der deutschen Wiedervereinigung nimmt montana die zehnjährige Stefanie Hertel aus dem sächsischen Vogtland unter Vertrag. Beierlein baut sie zum erfolgreichsten gesamtdeutschen Volksmusik-Star auf, sie kassiert alle Preise der Unterhaltungsszene und verkauft Millionen Tonträger – als Solo-Interpretin oder im Duo mit ihrem Ehemann Stefan Mross, ebenfalls bei montana unter Vertrag.
Mit Unterstützung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht etabliert Beierlein in der ARD die Reihe „Lieder, so schön wie der Norden“. In ihr werden neue volkstümliche Lieder von der Waterkant präsentiert und prämiert. In der letzten Folge 1993 hat Carmen Nebel ihren ersten Auftritt im „Westfernsehen“.
1992: Die Privaten entdecken die Volksmusik
Die privaten Fernsehsender entdecken die Volksmusik. Hans R.Beierlein bedient sowohl RTL als auch SAT1 mit einer Vielzahl attraktiver Sendungen von „Heimatmelodie“ bis „Feste feiern“. Diese Sendungen erweisen sich sowohl für das Publikum als auch für die Stars der Volksmusik als wahre Paradiese. RTL, deutschlands erfolgreichster Privatsender, verleiht auf Beierleins Anregung „Die Krone der Volksmusik“, eine Art „Grammy der Volksmusik“. Da die Werbewirtschaft für volksmusikalische Sendungen wenig Interesse zeigt, enden die tollen Volksmusik-Jahre bei den Privaten.
montana gibt dem elfjährigen Akkordeon-Spieler Florian Silbereisen einen Vertrag, der in Karl Moiks „Musikantenstadl“ aufgefallen ist. Er wird systematisch und behutsam aufgebaut.
1993: Lustige Musikanten
Die 1984 eingestellte ZDF-Reihe „Lustige Musikanten“ wird dank Beierleins Geburtshilfe wieder ins Programm gehoben. Der Manager vermittelt dem vom montana gemanagten Gesangsduo Marianne & Michael die Moderatoren-Rolle. Zuvor hatte er das Ehepaar in Volksmusik-Sendungen bei RTL und SAT 1 untergebracht. Marianne & Michael führen in den Folgejahren durch einen Großteil volkstümlicher Unterhaltungssendungen.
1994: Versöhnung mit Udo
Udo Jürgens und Hans R. Beierlein treffen sich 17 Jahre nach ihrer spektakulären Trennung zu einem Gespräch unter Männern bei Käfer in München. Sie beenden ihren Zwist und pflegen seither wieder freundschaftliche Kontakte.
Carmen Nebel, 1989 zum „Fernsehliebling der DDR“ gewählt, moderiert die neue ARD-Reihe „Feste der Volksmusik“, die sich rasch zum Dauerbrenner entwickelt.
Zum 65. Geburtstag von Hans R. Beierlein erscheint noch einmal eine Sonderausgabe des vor drei Jahren eingestellten „medien-telegramms“. 100 Wegbegleiter des Medienmanagers verfassen launige, ehrliche und kritische Worte.
1998: Krone der Volksmusik
Die ARD übernimmt die Sendung „Krone der Volksmusik“, die bereits einmal bei RTL gelaufen ist. Es wird die erfolgreichste Volksmusik-Sendung in Deutschland.
1999: Media-Mann des Jahres
Hans R. Beierlein wird von der Deutschen Phono-Akademie als „Media-Mann des Jahres“ ausgezeichnet. Die Laudatio hält der Unterhaltungschef des MDR, Udo Foht.
2000: Südtirol
Das italienische Fernsehen beteiligt sich künftig mit seinem deutschsprachigen Südtiroler Regionalprogramm am „Grand Prix der Volksmusik“.
2001: Hansi Hinterseer
Seit Jahren singt der ehemalige Ski-Weltcupsieger Hansi Hinterseer Volksmusik-Lieder – jetzt ebnet Beierlein ihm den Weg ins Fernsehen. Er stellt die Weichen für einen Vertragsabschluss mit der ARD. Die Sendung „Servus Hansi Hinterseer“ fährt seither starke Quoten ein.
2002: Jungtalente
Der 22-jährige Florian Silbereisen erhält beim MDR die Chance, seine Moderatoren-begabung unter Beweis zu stellen. „Mit Rucksack, Hut und Wanderstock“ heißt eine Regionalreihe, in der er Nachwuchstalente vorstellt. Auch Stefan Mross (26), nach einer Reihe von Alben längst als Sänger und Trompeter etabliert, bekommt beim MDR einige Sendungen, in denen er sich als Moderator bewähren kann. Beide meistern die Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit.
2004: Florian Silbereisen
Carmen Nebel, die seit 1994 die ARD-Reihe „Feste der Volksmusik“ präsentiert hat, ist zum ZDF abgewandert. Die ARD überträgt Florian Silbereisen die Moderation des Flaggschiffs der Volksmusik. Er bewältigt die große Aufgabe mit Riesenerfolg. Im selben Jahr führt er durch die 50. Sendung dieser Reihe.
2005: Stefan und Stefanie
Zum fünften Mal in Folge wird Stefanie Hertel mit der „Krone der Volksmusik“ als „Erfolgreichste Sängerin“ ausgezeichnet. Ehemann Stefan Mross übernimmt von Max Schautzer die sonntägliche Vormittagssendung „Immer wieder sonntags“, in der die Volksmusik einen breiten Raum einnimmt. Er erreicht hohe Quoten und überagende Marktanteile.
2006:
Nach „seinen“ erfolgreichen Kochbüchern „Essen wie Gott in Deutschland“ initiiert Beierlein Einschlägiges aus dem berühmtesten Wirtshaus der Welt: „Das Hofbräuhaus Kochbuch“. Es erscheint in Deutsch, Englisch und Chinesisch.
2007: Udo-Musical
Nach einem Besuch des Abba-Musicals in London schlägt Beierlein seinem Ex-Künstler Udo Jürgens vor, ein Musical rund um seine größten Hits zu schreiben. Beiden ist die Schwierigkeit des Unterfangens klar, erst recht, als Michael Kunze, Deutschlands erfolgreichster Musicalschreiber ablehnt. Dennoch erfindet ein Autorenteam der Stage Entertainment eine originelle Story – im Dezember 2007 hat das Musical „Ich war noch niemals in New York“ im Hamburger Operettenhaus Premiere und ist seither fast ständig ausverkauft.
Das Bayerische Fernsehen produziert ein Porträt über Hans R. Beierlein. Autorin Anette Hopfenmüller gibt der Sendung den Titel „Der Mann, der sich selbst erfand“.
2008: Gong-Ehre
Die Programmzeitschrift „Gong“ zeichnet zwei Programm-Macher mit dem „Goldenen Gong“ aus, die auf keiner Payroll der Sender stehen, aber dennoch jede Menge Programmstunden verantworten: Wolfgang Rademann, Produzent des „Traumschiffs“ und zahlreicher weiterer Unterhaltungssendungen und Ideengeber und Ideen-Guru Hans R. Beierlein.
2009: Keine Musik-Krise
Die Krise wird zu einem unserer ständigen Begleiter. Ein überfälliges Lied zu diesem Thema steht allerdings noch aus.
Hans R. Beierlein gab die Parole aus, das es einen Bereich unseres Lebens gibt, dem keine Krise etwas anhaben kann: Die Musik kennt keine Krise. Musik-Freunde und Medien gedenken des 40. Todestages der Sängerin Alexandra. Zwei zu diesem Ereignis erscheinende Alben erzielen Rekord-Umsätze und belegen, das die Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme unvergessen ist.
Stefan Mross erzielt mit seiner Sendung „Immer wieder Sonntags“ die höchsten Marktanteile ähnlicher Unterhaltungsprogramme. Stefan bedankt sich beim Publikum für seine Zuwendung mit einer Deutschland-Tournee im Herbst.
Aus Anlass der Unterzeichnung des Pariser Abkommens von 1946, das die Grundlage des Autonomie-Status von Südtirol bildet, verlieh die Südtiroler Landesregierung zum ersten Mal den „Verdienstorden des Landes Südtirol“. Beierlein erhielt ihn, weil er mit Musik und Fernsehen die Bühnen für Südtiroler Künstler und Lieder geschaffen bzw. geöffnet hat, wie Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder in seiner Laudatio begründet.